Aus dem Leben einer Katze (immer wieder sonntags)
„Wie spät ist es?“, frage ich mich und kratze vorsichtig an die Schlafzimmertür.
„Egal. Ich habe Hunger. Mordshunger.“
Keine Reaktion.
„Na wartet, das kann ich besser.“
Jetzt versuche ich zu den Scharren, auch meine Stimme gekonnt einzusetzen.
„Miau“, gebe ich jetzt zum Besten.
Immer noch keine Reaktion.
Jetzt versuche ich verzweifelt einen Sprung gegen die Tür. Es rumst laut.
„Karlchen! Ruhe!“, sagt man Dosenöffner.
Jetzt gebe ich alles.
„Miauuuu“, und kratze heftiger an die Tür als zu vor.
Das ist meine Chance, denke ich weiter, während sich die Tür von innen öffnet.
„Geschafft!“
„Tiger. Es ist Wochenende. An deiner inneren Uhr müssen wir dringend arbeiten“, sagt Lulu verschlafen.
Ich laufe in den Abstellraum. Hier befindet sich mein Katzenklo, meine Futterstation und eine große Wanne mit Wasser.
Lulu kommt langsam hinterher und gibt mir mein Freschen.
„Mhhh, yummi. Edelfisch in Yogurthsauce“, schmatze ich los, während sie weiterredet.
„Es ist Sonntag. Lass uns bitte weiterschlafen“, höre ich Lulu sagen, als sie wieder im Schlafzimmer verschwindet.
„Mir passt das nicht. Ich habe Langeweile“, rufe ich nach dem Essen laut.
Nach einer gefühlten Ewigkeit, in der rein gar nichts passiert, werde ich richtig sauer.
„Wieso ignoriert ihr mich?“, frage ich verzweifelt.
Doch unsere Kommunikation ist eingeschränkt. Herrchen, Frauchen und ich haben unsere ganz eigene Sprache entwickelt.
Alles was ich tatsächlich von ihnen verstehe, sind mal gerade nur zwei Wörter:
„Nein“ und „Karlchen“.
Dafür habe ich mein Dienern beigebracht mich morgens zwischen vier und fünf Uhr zu füttern. Dazu gehört selbstverständlich auch frisches Wasser aus der Leitung.
Wie konnte Lulu das nur vergessen? Sie weiß doch, dass ich das abgestandene Wasser nicht mag.
„Ich bin am verdursten“, brülle ich los.
Jetzt kommt Mike aus dem Schlafzimmer getrottet.
„Karlchen. Was ist los?“, fragt er mich schlaftrunken.
Ich zeige ihm den Weg in die Küche. Langsam schlürft er hinter mir her. Der weilen springe ich auf die Spüle und halte mein Maul unter dem Wasserhahn auf. Mike stellt das Wasser an. Jetzt spüre ich das frische Wasser auf meiner trockenen Zunge.
Nach nur zwei Minuten stellt Mike das Wasser ab. Ich beschwere mich lautstark.
Daraufhin kommt Lulu in die Küche.
„Was ist hier los? Dicker, du bist eine echte Diva“, stellt sie fest.
Während Lulu die Kaffeemaschine anstellt, ist Mike wieder ins Bett getaumelt.
„So, und jetzt ist Ruhe“, bittet Lulu mich.
„Nee, ich will mehr Wasser aus dem Hahn“, bettle ich sie an.
Meine Zunge hängt voller Erwartung am Wasserhahn.
„Oh man. Du bist nervig“, lacht Lulu und stellt mir das Wasser wieder an.
Sie streichelt mir liebevoll über den Rücken. Danach beobachtet sie mich beim Trinken.
Wieso beobachtet sie mich, frage ich mich und schlecke weiter.
„Wann ist der Kaffee endlich da?“, höre ich Mike aus dem Zimmer rufen.
„Ich bin gleich da“, ruft Lulu zurück und stellt das Wasser ab.
„So Karlchen. Jetzt ist Ruhe. Wir wollen den Sonntag auch mal ausruhen“, bittet sie mich.
„Na gut. Für ein paar Minuten gebe ich Ruhe. Danach will ich aber definitiv von euch entertaint werden“, sage ich ihr hinterher, als sie mit zwei Tassen Kaffee aus der Küche im Schlafzimmer verschwindet.
Ich gebe den Beiden eine kurze Pause. Schließlich muss ich mich jetzt erst einmal ausgiebig putzen. Nach einer Weile springe ich vom Küchenblock hinunter. Langsam schleiche ich den Flur entlang. Ich stehe wieder vor verschlossener Tür.
„Ich will rein. Lasst mich rein“, rufe ich verzweifelt.
„Ruhe! Der Kater macht mich wahnsinnig“, schreit Mike.
„Lass ihn doch rein“, bittet Lulu ihn.
„Genau das ist der Grund, warum er so verzogen ist. Du bist nicht konsequent genug“, höre ich Mike reden.
Ich höre Schritte. Die Tür öffnet sich.
„Komm` rein Tiger. Aber lieb sein“, sagt Lulu hoffnungsvoll.
„Nö. Keine Lust. Will spielen“, schreie ich.
Ich bin im Jagdmodus. Die Füße von Mike zappeln wie eine kleine Maus unter der Bettdecke. Mit einem Sprung beiße ich ihm in den Zeh.
„Aua! Scheiß Kater“, ruft er mir hinterher, als ich schnell hinaus auf den Flur renne.
Ein Kissen verfehlt mich um ein Haar.
„Glück gehabt“, denke ich laut und höre, wie die Schlafzimmertür zu knallt.
Lulu und Mike streiten sich.
„Endlich kommt Leben in die Bude“, denke ich laut.
„Ruhe!“, kommt es aus dem Schlafzimmer gerufen.
„Mhhh. Na gut. Dann schlafe ich eben eine Runde“, rufe ich zurück.
Beleidigt kringele ich mich auf das Sofa. Mikes Lieblingsplatz.
Nach nur fünf Minuten steht er vor mir.
„Runter“, befiehlt er mir.
Ich tue so, als ob ich ganz fest schlafe.
„Schatz. Schau ihn dir an. Jetzt tut er so, als ob nichts gewesen wäre. Er schläft tief und fest“, denkt Mike wirklich.
„Ohhh. Er kann so süß sein, wenn er will“. Sie lächelt friedlich.
Mike hingegen ist stinksauer. Zum Glück lässt er mich liegen.
Lulu bereitet das Frühstück vor. Der große Esstisch im Wohnzimmer wird reich gedeckt. Käse, Wurst, Butter, Marmelade liegen auf dem Tisch.
„Mhhh. Wie das duftet“, denke ich, als Lulu in der Küche verschwindet.
„Ich bringe den Müll raus. Ich bin gleich wieder da“, ruft Mike Lulu hinterher.
„Das ist meine Chance“, denke ich auf den Tisch hüpfend.
Dabei mache ich mich über die Butter her. Lulu kommt herein.
„Karlchen! Nein!“, schreit sie und schleudert mich vom Tisch.
Meckernd gehe ich zurück aufs Sofa und schmolle.
„Was hat er jetzt wieder angestellt?“, fragte Mike Lulu, als er wieder von draußen kommt.
Lulu sagt nichts. Ihre Blicke sagen mehr als tausend Worte.
„Nee, oder? Nicht die Butter“, stellt Mike jetzt fest.
„Du Schlingel. Kannst du nicht einmal lieb sein und wenn es nur ein Sonntag ist?“, fragt er mich.
Darauf hin, fällt mir nichts ein. Anstatt ihm eine Antwort zu geben, starre ich ihn einfach an.
„Er kann dich doch nicht verstehen, Schatz“, lacht Lulu.
„Ich bin mir sicher, dass er ganz genau versteht, was ich sage“, entgegnet ihr Mike.
„Wenn du wüsstest“, lache ich in mich hinein und kuschle mich in meine Sofaecke.
„Für mich ist jeder Tag ein Sonntag“, gähne ich zufrieden und beobachte meine Dosenöffner beim Frühstücken um fünf Uhr in der Früh.
Frühlingserwachen und die Magie von Farbe und Licht
Ich bin die Farbe des Lebens, der Pflanzen und des Frühlings. Ich bin auch die Natur, die Lebendigkeit, die Natürlichkeit, die Zuversicht und die Frische der Jugend. Ich symbolisiere die Hoffnung und die Unsterblichkeit. Ich bin die positive Heilwirkung auf Körper und Seele. Ich stehe für Harmonie, Durchsetzungsvermögen und Entspannung. Ich bin die Farbe der Mitte.Ich wirke beruhigend, ohne zu ermüden. Ich fördere Eigenschaften, wie Hilfsbereitschaft, Ausdauer, Toleranz und die Zufriedenheit der Menschen.
Als ich erfuhr, wie es um die Natur und die Menschen stand, wurde mir angst und bange. Ich hatte zu viel der kostbaren Zeit vertan. Die versäumte Zeit musste ich nachholen und deshalb begab ich mich auf den Weg zurück in die Natur und zu den Menschen. Um mich herum war es kalt. Die Natur war trist und traurig. Ich rief also alle Farben des Regenbogens. Und so tanzten wir langsam und doch im Rhythmus der Jahreszeiten, schnell wechselnd von kalt auf warm.
Die Natur erwachte zu neuem Leben, als ich die jährliche Erneuerung der fruchtbaren Wiesen, Blumen und Pflanzen erschuf. Als ich nach der langen Kälte endlich auf der Erde ankam, bat ich das Licht um Mithilfe. Wir streichelten behutsam die Seelen der Menschen,- und die der Natur. Mit meiner grünen Farbe,- und mit der Hilfe der Sonne, die das Licht erwärmte, fing die Natur wieder an, in unterschiedlichen Grün-Nuancen zu strahlen. Durch unser Zusammenspiel hauchten wir wieder neues Leben und Schönheit in die Herzen. Die Augen der Menschen funkelten vor Freude und Glück, als sie sahen, wie die Natur aus Zauberhand zu sprießen begann.
So war das Frühlingserwachen, nur die Magie von Farbe und Licht, die Jahr für Jahr, das Leben und die Zuversicht aufs Neue schenkt.